Die Sims 4 ist mittlerweile ein paar Jahre alt. Am 02.09.2014 erblickten die Sims im nunmehr vierten Ableger der Reihe die neue Welt. Das Grundprinzip ist das gleiche geblieben: Wir übernehmen den Alltag von einem oder mehreren Sims, gründen eine Familie, finden einen Beruf und leben das Leben, welches wir für den Sim vorsehen.

Bereits drei Wochen vor dem Verkaufsstart veröffentlicht ein User der Fanseite Ts4news.com eine Liste von 89 aus bisherigen Sims-Teilen (ohne Addons!) bekannten Features, die der Entwickler Maxis diesmal gestrichen hat, darunterbeliebte Elemente wie Pools, Kleinkinder, unebenes Terrain, eine durchgehende Spielwelt, Krankheiten, Autos, Geschirrspüler, Keller sowie individuelle Ängste, etwa vor Geistern. Doch seit dem Release gab es viele kleinere gratis Updates. Manche davon brauchten Wünsche der Community hinein, wie etwa die Baumöglichkeit von Kellern oder Pools und Geister. Waren diese in Die Sims 3 noch Standard, so gab es die Möglichkeit in Sims 4 erst nachträglich. Über den Sinn dieser Entscheidung kann man streiten; dem fleißigen Simspieler wird letztendlich nur wichtig sein, dass man eben wieder derlei Dinge bauen kann!

Anders als in Sims 3 bespielen wir in Die Sims 4 nicht mehr eine belebte offene Stadt, sondern mehr Stadtteile, welche über diverse Möglichkeiten erweitert wurden. Zu Beginn standen gerade einmal zwei dieser Stadtteile zur Verfügung. Diese und auch die neu hinzugekommen sind alle nicht miteinander verbunden. Dies bedeutet, statt einer offenen nahtlos ineinander übergehende Spielwelt ist hier beim Wechsel zwischen der Welten immer mit 10-20 Sekunden Ladezeit zu rechnen.
Einzig die Gehwege und Flächen um unser direktes Wohnhaus sind ladefrei und begehbar um hier mit Passanten und Nachbarn zu sprechen. Im Vergleich zum Vorgänger ist das eher ein Rückschritt.

Bevor es jedoch richtig losgeht, erstellen wir natürlich einen Sim. Wo früher einiges an Bastelzeit notwendig war, lassen sich jetzt dankt einer Genetik-Funktion optisch passende Familienmitglieder erschaffen. Grundsätzlich ist spätestens seit Die Sims 3 der Funktionsumfang des “Create-a-Sim” reichhaltig und sorgt für Abwechslung. Mit einem Patch im Juli 2019 wurde der Modus noch erweitert. Hier habt ihr jetzt die Möglichkeit ein paar Fragen zu beantworten und euch somit einen eigenen Sim erstellen zu lassen – mit Job, Eigenschaften und eventuell sogar besser gefüllten Bankkonto!
Darüber hinaus könnt ihr alles detailliert einstellen – von der Krümmung der Augenbrauen bis zur Breite nahezu jeden Muskels. Lediglich bei den Farben, da scheitert der Modus etwas. Konnte man in Sims 3 noch aus einer Paletten von Farben auswählen gibt es hier nur vorgefertigte Farbkataloge. Laut Maxis lässt sich die Möglichkeit einer Farbpalette auch nicht per Patch nachreichen – die Engine beherrsche dies einfach nicht.

Je nach Erweiterung erweitern sich natürlich die Möglichkeiten – neben Kleidung und dergleichen gibt es mit dem Addon “Hunde & Katzen” auch tierische Bewohner, welche hier gestaltet werden können. Anders als noch mit Sims 3 fallen Pferde hier allerdings komplett weg. Diese tauchen bisher nirgends im Spiel auf, auch nicht durch Addons.

Sobald der Sim erstellt ist und einen Namen hat – in unserem Fall Heribert Simion – wählen wir eine Wohnwelt aus. Diese Wohnwelt ist nicht fix; Heribert kann natürlich jederzeit umziehen. Hierzu kann am Handy oder am Computer der Punkt “Haushalt umziehen” angewählt werden und der Sim wechselt – wenn gewollt – die Wohnwelt. Alternativ kann man zu den verschiedenen Events oder ähnlichem auch reisen. So findet in einer Wohnwelt z.B. das Geek-Festival statt, während woanders ein Sportfest oder etwas stattfindet. So können jederzeit Sportbars, Clubs und Parks in anderen Wohnwelten besucht werden und unser Sim bleibt flexibel.

Im Screenshot sind mehrere Wohnwelten zu sehen; manche davon kamen erst mit Addons oder Gameplaypacks hinzu. Im Standard gibt es Willows Creek, Oasis Springs und Newcrest. Letztere ist eine komplett leere Wohnwelt – hier können frei Gebäude hinzugefügt werden. Diese werden entweder selbst gebaut oder durch die Community bezogen. Und hier eröffnet sich ein starkes Feature, welches in dieser Art bisher nicht so präsent war: Die Community.
Über einen eigenen integrierten Bereich im Spiel ist es möglich, Kreationen der Spieler weltweit zu betrachten und ggfs. auch herunterzuladen. So können Familien, Gebäude und auch Häuser hinzugefügt und in das eigene Spiel integriert werden. So wird jedes Spiel, jede Nachbarschaft zu einem ganz persönlichen Erlebnis.

Zurück zu Heribert – dieser hat nun die Qual der Wahl: Wo soll es hingehen? Wir wählen Willow Creek, eine kleine und feine Gemeinde. Hier gibt es neben ein paar wenigen leeren Grundstücken und bereits bewohnten drei kleinere Parzellen, welche bereits bebaut sind. Diese können bereits mit Möbeln ausgestattet bezogen werden oder aber auch ohne. Alternativ lässt sich auch jederzeit das Grundstück planieren und ein eigenes Haus hingebaut. Heribert hat nur ein Kapitel von 30.000 Simoleon. Im Standard – also wenn der Fragebaukasten anders ausgeht – erhält man nur 20.000 Simoleon. Aber auch mit diesen lassen sich die Häuser gut beziehen.
Heribert entscheidet sich für ein unmöbeliertes Häuschen. Damit bleibt noch genug Budget um die nötigsten Einrichtungsgegenstände zu kaufen und das Leben in Willow Creek zu beginnen! Da während des Tests das Addon “Jahreszeiten” verfügbar ist, beginnen wir im Winter. Ab hier kann unser Heribert beginnen, wie in Sims-Spielen üblich, einen Job auszuüben, sich ein Hobby zu suchen, die große Liebe zu finden und seine Familienbande zu knüpfen. Die Funktionen lassen sich darüber mit Gameplay- und Erweiterungspacks vergrößern.

Die Unterscheidung zwischen Gameplay-Packs, Erweiterungen und Accessoires-Packs bildet wohl auch einen weiteren großen Unterschied zu Sims 3 ab. Früher gab es die Accessoires-Packs, welche neue Kleidung und kleinere Inhalte mitbrachten. Daneben existierten nur größere Erweiterungen, welche ganze Inhalte, Welten oder Funktionen boten. In Sims 4 sieht das etwas anders aus; hier sind die Gameplay-Packs hinzugekommen.
Die Gameplay-Packs kann man als “Mini-Erweiterung” sehen. So gibt es z.B. das Pack “Elternfreuden”. Dieses bringt die schmerzlich vermissten Kleinkinder mit. Im ersten Moment mag das nach wenig klingen für 19,99 Euro. Allerdings muss hier auf die Detail geachtet werden – statt nur die weitere Entwicklungsstufe “Kleinkinder” einzuführen wurde ein komplettes System drumherum gestrickt, welches es Sim-Eltern erlaubt, ihren kleinen Schützlingen Manieren und Werte mitzugeben. Diese beeinflussen dann beim Altern, was für Charakterzüge der Sim erhält. Über die Preispolitik und dergleichen kann gestritten werden; insbesondere wenn man seine Sims 4 Erfahrung mit allen Gameplay-, Accessoires- und Erweiterungspacks ausbauen möchte wird es mittlerweile etwas teuer. Doch einen richten Sim-Fan schreckt das mitnichten ab.
Ich selbst erwische mich auch immer wieder dabei, wie ich mir kleinere Packs kaufe, welche ich zuvor nicht hatte.

Die Technik ist in vielen Punkten verbessert worden. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt, so hat sich die Optik verbessert. Auch die Sims sind besser geworden – konnten sie früher nur eine Sache zur Zeit machen, so können Sie jetzt kochen und sich gleichzeitig mit anderen unterhalten. Oder wie wäre es mit einem netten Bowlingabend und gleichzeitig romantische Gespräche mit der Bardame? Durchaus möglich.
Auch die Gefühle sind etwas, dass nun wesentlich mehr zur Geltung kommt. Naturfreunde etwa macht das Joggen wieder glücklich, aktive Sims kehren vom Frühsport energiegeladen zurück, und wer dank mühsam trainiertem Kochtalent ein richtig gutes Grillkäse-Sandwich brät, strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Gefühle, Charakterzüge und Aktionen eines Sims greifen also ineinander; wer machen darf, was er liebt, lebt besser. Und bereits bei der Mimik und Gestik der Gefühle zeigt die Grafik auch wieder ihre Stärken!

Insgesamt erhält der interessierte Sims-Spieler mit der Grundversion von Sims 4 ein solides, gutes Spiel mit einigen Spaßfaktoren. Jedoch folgt manchen Hochs dann doch wieder das ernüchternde Tief, wenn bekannte Funktionen aus Vorgängern fehlen. Doch wer kreativ genug vorgeht, kann sich auch hier wieder fallen lassen und vertiefen um ein schönes Erlebnis und witzige Momente zu kreieren. Insbesondere die gute Performance dank abgespeckter Welt im positiven Sinne und den Einstellungsmöglichkeiten in der Grafik machen Sims 4 zu einem Liebling dieser Reihe.

Die Sims 4 ist bereits für Xbox One, PlayStation 4 und PC verfügbar.

Die Sims 4 – Review | Test
8
Grafik
6.5
Sound
7
Steuerung
7.5
Spiele Spaß
8
Preis Leistung
Gesamtwertung 7.4 / 10
Unser Fazit
Sims 4 ist ein grandioses Spiel - verliert aber im Vergleich mit seinem Vorgänger etwas. Erst mit diversen Gameplay- und Erweiterungspacks ist Sims 4 das, was ich mir persönlich darunter vorstelle. Doch man merkt, dass die Entwickler hier Liebe ins Detail stecken und so kehre ich immer wieder extrem gerne zurück um mich für Stunden in dieser Welt zu verlieren und eigene Geschichten für meine Sims zu kreieren.

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Michael
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.
https://www.twitch.tv/gutertag_streaming

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